Buch-Projekt „Unser Eisenbach“

Auf den Spuren

von Menschen, Namen und Geschichten,

die man Heimat nennt.

Woher kommt der Ortsname Eisenbach? Ist der Eisenbach voller Eisen? Wie war das eigentlich mit dem Bergbau? Wohnt im Wolfwinkel wirklich Familie Wolf mit Kind? Und tanzen im Hexenloch die Hexen? Ist das Mösle ein kleines Moos?

Wie lebt es sich in unserer schwarzwälder Heimat? Woher kommen Flurnamen? Welche Geschichten erzählen Häuser? Was wissen Familien? Diesen und anderen Fragen gehen die Kinder der Lichtenbergschule im Unterricht nach, zusammen mit ihrer Lehrerin und Barbara Bollwahn, der Dorfschreiberin von 2009. Dieses Aufspüren von Geschichte und Geschichten erarbeitet Barbara Bollwahn in einem einmonatigen Aufenthalt in Eisenbach-Schollach in Aufsätzen und Texten, gemeinsam mit den Kindern. Zusammen mit dem Schulprojekt Bergbau wird ein Buch entstehen „Unser Eisenbach“. Ein Eisenbach, wie die Kinder es erleben und erfahren.


Filmen mit der Dorfschreiberin

Birgit Maiwald drehte mit Eisenbacher Kindern einen Film

  

Eine spannende Geschichte haben sich die beteiligten Kinder, überwiegend aus der Media-AG der Lichtenbergschule unter der Leitung von Martina Harner, gemeinsam ausgedacht. Frau Maiwald hat daraus ein Drehbuch erarbeitet, über die Rollenbesetzung wurde in demokratischer Beratung entschieden, und mithilfe des Regisseurs Jonas Rothlaender wurde ab dem 25. März gedreht.  

Das kann bisweilen anstrengend sein! Eine Menge Text ist zu lernen, Kleidung und Frisuren müssen genau dem Vortag entsprechen, trotz Wind und Wetter müssen die Schauspieler immer konzentriert bei der Sache sein. Viele Wiederholungen waren nötig, bis der Regisseur und Kameramann Jonas Rothlaender zufrieden war. Und immer wieder stören „Fremd-Geräusche“: ein Moped knattert vorbei, plötzlich kreischt eine Motorsäge, dann interessiert sich ein fremde Hundedame für den Filmhund. Geduld und Ausdauer waren angesagt.

Aber alle Kinder waren mit Begeisterung dabei. Wann kann man schon mal mit echten Filmprofis eine selbstgemachte Geschichte verfilmen! Die große Premierenfeier hat am Sonntag, den 3. Juli 2011 um 18:00 Uhr stattgefunden, als der Förderverein Kreatives Eisenbach in der Lichtenbergschule die diesjährige Eisenbacher Dorfschreiberin verabschiedete.  

Und wie sollte der Film heißen? „Die Rache“ raunen die Schauspieler geheimnisvoll. Hoffentlich wird das Werk nicht allzu gruselig! 

Rasch noch Text lernen! Alles klar jetzt? Filmen macht hungrig! Tonmeister ist anstrengend!

Sie sind neugierig geworden und wollen das Werk anschauen? Klicken Sie auf die Filmrolle!


Daniel Wangler und die 1. Klasse der Lichtenbergschule

Eine spannende Spielanweisung ist der "Aufmerksamkeitskreis". Daniel Wangler sagt einen Satz, diesmal: "Ich gehe gerne in die Schule, weil ich dort Mathe, Deutsch und Englisch lernen kann." Das Kind rechts von Daniel Wangler beginnt mit "Ich", das Kind links von Daniel endet mit "kann". Dazwischen geschieht nun einiges, manche haben  ihr Wort vergessen, andere sagen ihr Wort zu schnell, wieder andere zu langsam, ein Kind sagt ein ganz anderes Wort nämlich "gerne". Konzentriert sein ist anstrengend, aber auch lustig. Noch achtsamer muss man sein, wenn der Kreis aufgelöst wird und die Kinder frei durch den Raum spazieren, erhöhte Konzentration! Irgendwo läuft das "Ich" und beginnt irgendwann den Satz, alle anderen schließen sich an, bis der Satz mit "kann" endet. Aufatmen! Geschafft! Gut gemacht! Großes Lob!

     

Spannend war auch die "Werkstatt der Skulpteure"! Was wie Nahkampf aussieht, ist nichts anderes als die "Feinarbeit am Objekt": Zu zweit - zuerst der eine, dann der andere - kreieren die Kinder ein Denkmal. Dazu kann man den Körper des anderen drehen, biegen, strecken, krümmen, den Arm, die Finger, was nun gerade einfällt. Manche Skulpturen sind schon fertig, andere sind noch "in Arbeit". Die Kinder sind vergnügt! Die Klassenlehrerin strahlt! Nur Daniel Wangler sieht man an, was es heißt 15 Kinder zu begeistern!

Die BZ hat in ihrer Ausgaben vom 17.3.2011 ein interessantes Interview mit Daniel Wangler gebracht unter dem Titel Schauspielerei, Pantomime und Clownerie. In der selben Ausgabe berichtete sie auch über die Arbeit mit den Kindern unter dem Titel Ein Gefühl für den Körper. Klicken Sie die Titel an und lesen Sie die Artikel!


Theaterworkshop für Erwachsene mit Daniel Wangler

Raus aus dem Alltag und einmal die Alltagsgeschäfte hinter sich lassen!

Im März, an einem Wochenende, trafen sich Neugierige, Mutige, Spaßige, Schüchterne und Nüchterne zu Spiel, Improvisation und Theater unter der Regie von Daniel Wangler.

Daniel Wangler, Absolvent der Hochschule für darstellende Kunst Stuttgart im Bereich Figurentheater, arbeitet als freier Schauspieler, Clown, Jongleur und Puppenspieler. Seit 2 Jahren ist er als Gastspieler beim Tournee-Theater Mimikri mit dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ in Deutschland  unterwegs. Ab nächstem Jahr mit den „Bremer Stadtmusikanten“.

Oft arbeitet er mit der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft und den städtischen Kinderbüchereien zusammen; wichtig ist ihm nicht nur die Theateraufführung, sondern auch, die Zuschauer als Mitspieler einzubeziehen und mit ihnen gemeinsam im Stück, im Spiel zu improvisieren.

Also: Zusammen improvisierten wir munter drauf los, belebten Lachfältchen und den Schalk im Nacken, verjagten den Schweinehund und brachten unsere Augen zum Leuchten.

Mitzubringen war nichts außer Lust und bequeme Kleidung!

 

Das Projekt Daniel Wangler  *  Pantomime Theater Sprache Spiel

Aus den Tätigkeiten und Eindrücken der beiden Dorfschreiberinnen Marie T. Martin und Barbara Bollwahn wurde deutlich, wie wichtig es ist, bei den Kindern unserer Breitengrade nicht nur Phantasie und Sprache in Lesen und Schreiben zu fördern, sondern auch den Körperausdruck: Bewegung, Gestik, Mimik in Pantomime und Spiel.

So kam es zu einem Projekt 2010 des Förderkreises Kreatives Eisenbach e.V. in Zusammenarbeit mit der Lichtenbergschule.

Daniel Wangler, gebürtiger Eisenbacher, der sich nach einer beruflichen Ausbildung sein Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart mit Studiengang Figurentheater selbst finanziert hat, ist ein Meister der Pantomime, begabt mit Phantasie, Ausdruckskraft und Begeisterungsfähigkeit.

Ihn konnten wir für dieses Jahr gewinnen, mit den Eisenbacher Schulkindern ab Ende Januar bis Anfang Juli zu arbeiten: Vorstellungsvermögen und Kreativität hervorzulocken und in Körperbewegung und Ausdrucksvermögen umzusetzen.

Klassen 1-4: „Durch das Training in großen und kleinen Gruppen in den Klassen 1 – 4 der Grundschule wird bewusst die Ausgrenzung des Einzelnen, scheinbar Schwächeren, vermieden. Stattdessen werden den Kindern Aufgaben gestellt, die sie mit viel Kreativität nur gemeinsam lösen können. Die neu erlernte Motivation, Konzentration und Kreativität hilft den Kindern in den regulären Lernfächern.

Theater AG: In der schon existierenden wöchentlichen Theater AG der Lichtenbergschule läuft ein Projekt parallel: Zusammen mit der Leiterin der Theater AG wird ein Theaterstück erarbeitet. Es werden bewusst Themen ausgewählt, die die Jugendlichen derzeit beschäftigen. Im Hinblick auf eine öffentliche Theateraufführung wird mit besonderer Ernsthaftigkeit gearbeitet. Neben dem theatralischen Grundlagenunterricht wird verstärkt auf Körperausdruck, darstellende Sprache/ Gesang und Rollenarbeit Wert gelegt und – es wird den Darstellern die Angst „vor dem Rampen-licht“ genommen.

Im Gegensatz zur Arbeit in den Klassen 1-4 ist in der Theater AG mehr der Einzelne ins Geschehen einbezogen, das Individuum mit seinen Stärken und Schwächen. In dieser gemeinschaftlichen Zusammenarbeit ist nicht nur die Gruppendynamik wichtig, sondern auch jeder Einzelne und seine Persönlichkeit.

Daniel Wangler: „Lehren ist die Kunst, entdecken zu helfen.“

Mit dieser Erlebnispädagogik, der Arbeit an Vorstellungskraft und Körperausdruck, hoffen wir, die Kinder zu begeistern.

Und informieren Sie sich doch bitte rechtzeitig in unserer Website! Also – schauen Sie immer mal wieder rein!

Martina Schmidt, eine Journalistin des SWR4*), und ich waren am 3. Mai eingeladen, die Theaterwerkstatt der Lichtenbergschule zu besuchen. Die Kinder – überraschend viele sind es – zeigten eine spontane und improvisierte Szene: Daniel Wangler ist der Erzähler, er gibt das Geschehen vor: Eisenbach am Morgen: Was frühmorgens so geschieht, wird – ohne zu sprechen – in Szene gesetzt: in Mimik und Geräusche. Der Wecker klingelt, aufwachen, gähnen, räkeln, Fenster öffnen, da pfeift ein Vogel, ein ganzes Vogelkonzert gibt's, Fenster schließen, Wasser läuft, Zähne putzen, gurgeln … plötzlich sind alle Kinder in einer ganz anderen Welt, sie sind Walfische, holen tief Luft und prusten imaginäre Wasserfontänen in die Luft …

Die Kinder sind mit großem Vergnügen dabei, auch die Leiterin der Theater AG, Martina Harner. Haben Sie sie auf den Fotos entdeckt?

"Bei Herrn Wangler ist alles lockerer", sagen die Kinder, "aber bei Frau Harner ist es auch schön, anders halt!", konstatieren sie. Klar, bei Martina Harner ist Unterricht und bei Daniel Wangler zweckfreies Spiel.

Ziel des Projekts Daniel Wangler, das durch alle Klassen läuft, ist, Mimik, Körperausdruck, Körperbewegung, Konzentration und Motorik der Kinder zu fördern. Dass es Spaß macht, finden die Kinder, ja, es ist auch ein kleines Abenteuer, zu entdecken, wie man sich in Szene setzen kann, wie man Gesichtsausdruck und Körperausdruck gestaltet. Das ist einfach für alle spannend und vergnüglich.

Dabei sind die kleinen "Nebeneffekte" nicht zu verachten: Im Spiel werden Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Beobachten, Wachheit, Intuition und Spontaneität angesprochen, die man auch unter dem Begriff Empathie zusammenfassen könnte.

Und noch etwas: In der Beschäftigung mit dem Du entsteht Interaktion: Einerseits ist Abgrenzung und Distanz des eigenen Ich zum anderen verlangt, andererseits aber auch der Kontakt zum Du gefordert mit der Rückwirkung auf das eigene Ich. „Wir gehen jetzt rasch im Raum, lautlos, ohne den Anderen zu berühren oder anzustoßen.“, lautet die Spielanweisung von Daniel Wangler.  Das bedeutet: Interaktion, soziale Kompetenz und emotionales Verhalten werden gefördert, ebenso Motorik und Körperbeweglichkeit, und indem Begriffe umgesetzt werden, erweitern sich  Sprachschatz und Vorstellungsvermögen.

Was die Theaterkinder schon ganz gut beherrschen, wollen die Grundschulkinder noch lernen. Das ist für die Stillen und Verhaltenen gar nicht so einfach, wach dabei zu sein, sich etwas einfallen zu lassen, sich zu trauen, und schon gleich gar nicht einfach ist es für die kleinen lautstarken Kraftmeier, ruhig zu werden und sich einzufügen!

Roswitha Stemmer-Beer

Und ich habe viel über die Kinder nachgedacht, die mit ihren weißen Kieseln spielen und sie verwandeln: Sieh doch, sagen sie, dort marschiert ein Heer und dort sind die Herden: Der Vorübergehende aber, der nur Steine sieht, weiß nichts vom Reichtum ihrer Herzen.“
(
Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste, Citadelle)

*) Den kurzen Bericht des SWR4 im Frühmagazin vom 11.5. können Sie hier mit einem Klick anhören!

Hier einige Bilder von unserem Besuch in der Theaterwerkstatt!

Mit einem Klick auf die Miniaturbilder sehen Sie die Bilder in Vergrößerung!

 

 

 

home | Aktuelles | Verein | Dorfschreiber | Dorfschreiberstipendium | Galerie | Projekte |  Ausstellung | Eisenbacher Autoren | Links | Kontakte |